Zwei Männer, derselbe Traum

Wenn man von Martí und Fidel spricht, ist es fast unmöglich nicht das gemeinsame Band zu finden

Havana, januar 26, 2018.- Wenn man von Martí und Fidel spricht, ist es fast unmöglich nicht das gemeinsame Band zu finden; wenn man des Werk von beiden betrachtet und die Ideen, die ihr Leben geprägt haben, wissen wir, warum zwei Männer durch die Annalen der Zeit getrennt, soviel gemeinsam haben.

Als ob er ihn begleitete. Ihm den Weg zeigte. Denn mehr als die Statue, die ihn in Marmor verewigt hat und die Seele der Kubaner erfüllt, war es das, was sich dahinter auf der Plaza befand, war es die Kontinuität desselben Denkens, so als ob Schüler und Meister eine Einigung erzielt hätten.

Die Menschen sterben, zumindest physisch, aber die Ideen bleiben erhalten und gehen von einer Generation auf die andere über und nähren dieses historische Erbe. Es kann sein, dass es andere Übereinstimmungen, andere Namen gibt, aber wenn man von Martí und von Fidel spricht, ist es fast unmöglich dieses Band, diesen roten Faden nicht zu sehen, der deutlich macht, welch großen Einfluss die LehrenMartís auf die moralische, humane und revolutionäre Formung des Comandante en Jefe hatten.

Bereits in seinen Jahren als Student stützte der historische Führer der Kubanischen Revolution seine Ideale und Kriterien von Souveränität, in dem er sich auf die Doktrine Martís berief und bei nicht wenigen Gelegenheiten erinnerte er an jene Worte Martís, die besagen, dass die Freiheit einen hohen Preis habe und man entweder resignieren und ohne sie leben könne oder aber sich entscheiden müsse, den Preis dafür zu bezahlen. Es war auf der Universität, wie Fidel es in einigen seiner Rede zum Ausdruck brachte, wo er zum Revolutionär wurde, aber auch zum Anhänger des martianischen Denkens.

Genauso wie Martí in seiner Epoche den Reformismus und den Annexionismus als Feinde der Unabhängigkeit Kubas demaskierte und die Unausweichlichkeit des Krieges gegen den spanischen Kolonialismus proklamierte, kam auch der Comandante zu dem Schluss, dass es nur einen Weg zur Eroberung der Freiheit gebe: den, des bewaffneten Kampfes. Daran erinnerte der kubanische Forscher und Historiker José Cantón Navarro im Prolog des Buches „José Martí en el ideario de Fidel Castro“ der Autorinnen Dolores Guerra López, Margarita Concepción Llano und Amparo Hernández Denis.

„Fidel selbst erklärte diese Übereinstimmung 1971 vor Studenten der Universität von Concepción in Chile. : ‚ Unsere tiefgehende Tradition ging von Martí aus. Als er über den Krieg sprach, sagte er: der unvermeidliche Krieg, der notwendige Krieg. Es war eine vollständige Philosophie um das Warum zu rechtfertigen und zu erklären, warum man in unserem Land auf diese extreme Form des Kampfes zurückgreifen musste, weil dem Vaterland keine andere Alternative blieb, um die Freiheit zu erlangen. Unsere Revolution wird diese Technik weiter verfolgen, diese Lehre und diesen Stil Martís.`

So sind alle Schritte, die Fidel unternommen hat, bestimmt von der unumstößlichen martianischen Entscheidung, bis zur Eroberung der Freiheit zu kämpfen oder das Leben im Kampf zu geben. Das ist vielleicht die erste Hinterlassenschaft Martís an die Generationen, die ihm folgten: Der des Kampfes bis zum Tod gegen ausländische Unterdrückung und den Despotismus“, schrieb Cantón Navarro.

Vielleicht gibt es kein aufschlussreicheres Ereignis als das Gerichtsverfahren über die Angreifer der Moncada Kaserne und insbesondere „ Die Geschichte wird mich freisprechen“. In diesem Plädoyer stoßen wir auf transzendentale Momente der revolutionären Handlung und auf Namen, die wir sehr gut kennen: Maceo, Gómez, Agramonte, Céspedes ..., aber wieder einmal ist Martí der rote Faden in diesem Plädoyer der Selbstverteidigung, das Fidel in der Haft schrieb und in dem er vor seinen Anklägern das Recht der Völker zur Erhebung gegen die Tyrannei und die Legitimität des Kampfes für die Unabhängigkeit Kubas stützte.

Das wurde sehr deutlich, als der Comandante en Jefe darauf hinwies, dass man verboten habe, dass ihn die Bücher Martís in seiner Zelle erreichten. ‚ (...) es scheint, als ob die Zensur des Gefängnisses ihn als zu subversiv ansieht. Oder liegt es daran, dass ich gesagt habe, Martí sei der intellektuelle Autor des 26. Juli gewesen? Man verhinderte auch, dass mich für diesen Prozess irgendein Nachschlagewerk aus einem anderen Bereich erreichte. Aber das ist völlig ohne Bedeutung. Ich trage die Lehren des Meisters im Herzen und meine Gedanken sind voll von den edlen Ideen aller, die die Freiheit der Völker verteidigt haben`.

Oder als er sagte: ‚ Es schien als ob der Apostel im Jahr des hundertsten Jahrestages seiner Geburt sterben sollte, dass man sein Gedenken für immer auslöschen wollte. So groß war der Affront. Aber er lebt, er ist nicht gestorben, sein Volk rebelliert, sein Volk hat Würde, sein Volk steht treu zu ihm; es gibt Kubaner, die gefallen sind, weil sie seine Lehren verteidigt haben. (...) Kuba, was wäre aus dir geworden, wenn du deinen Apostel hättest sterben lassen!’

Und falls die dauernden Erwähnungen nicht ausreichen, so bleibt jene, die wir Übereinstimmung nennen, auch wenn es in Wirklichkeit das Ergebis des Einflusses war, den der eine auf den anderen hatte.

Fidel schloss seine historisches Plädoyer mit dem Satz „die Geschichte wird mich freisprechen“. Martí machte eine ähnliche Vorhersage in der Rede vom 17. Februar 1892, die als die Rede von Tampa und Cayo Hueso bekannt wurde, als er mit Worten einer großen Resonanz für unsere Revolution schloss: „Die Geschichte wird uns nicht schuldig erklären müssen“.

Diese Identifizierung der Ideale führt dazu, dass das erste Ziel, das immer wieder von den Revolutionären der Moncada erwähnt wurde, die Erfüllung der nie realisierten Träume Martís sei, sagte Cantón Navarro. „ An dem denkwürdigen Morgen des 26. Juli 1953, als die jungen Kämpfer die letzten Instruktionen erhielten, wurde die Nationalhymne gesungen und in der kurzen Ansprache Fidels ragen diese Worte hervor: Wenn wir morgen siegen, wird sehr bald das in Erfüllung gehen, was Martí anstrebte“.

Aber die Geschichte trug das ihre dazu bei, denn obwohl es ein Befehl und kein Zufall war, wie die Journaliustin Marta Rojas erzählte, wurde Fidel Castro vor einem Plakat mit José Martí in dem Biwak von Santiago de Cuba nach dem Angrif auf die Moncada Kaserne fotografiert.

Die Journalistin berichtet weiter, es sei fast eine Verhöhnung gewesen, dass die Subjekte im Biwak ihm den Befehl gaben, sich für das „offizielle Foto“ dort hinzustellen, wo der Angreifer Martí, den er beleidigt hätte, hinter sich hat, während sie in Wirklichkeit jemanden erhöhten, der mehr als einSymbol für ihn bedeutete.

Jenes emblematische Bild ist nicht nur in den Geschichtsbüchern verewigt, sondern wenn man beide zusammen sieht und das Werk eines jeden betrachtet, dann wissen wir, dass die beiden Männer, die durch die Annalen der Geschichte getrennt sind, soviel gemeinsam haben, dass es so aussieht, als ob man nur von einem spräche.

(Granma Deutsch-EmbaCuba Alemania)

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